In Verbündung mit Julia Monro – „Toleranz ist keine Einbahnstraße“

Shownotes

In dieser Episode sprechen Helene Wolf und Kai Viehof mit der Aktivistin, Autorin und Beraterin Julia Monro über geschlechtliche Vielfalt, gesellschaftliche Rückschritte und die Frage, was Allyship heute ganz konkret bedeutet. Julia teilt persönliche Erfahrungen aus ihrem Leben als Transfrau und zeigt eindrücklich, wie sehr Privilegien, Diskriminierung und Zugehörigkeit unseren Alltag prägen.

Denn diese Privilegien zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und empathisch zu sein sind laut Julia der Schlüssel zu einem positiven Miteinander der Akzeptanz. Darüber hinaus geht es um Leitlinien für solidarisches Handeln auch mit Blick auf die Angst Vieler, „die falschen Fragen zu stellen“. Warum es gerade jetzt mehr Mut und Allyship für gesellschaftlich weniger privilegierte Minderheiten bedarf und wie dieser Mut konkret aussehen kann, erfahrt ihr in dieser Folge „In Verbündung“.

Transkript anzeigen

00:00:05: Hallo!

00:00:06: Ich bin Helene, Mitbegründerin und Co-Geschäftsführerin von FairShare of Women Leaders.

00:00:12: Und ich bin Kai Viehhof, Impact Philanthrop und Sozialunternehmer.

00:00:17: Zusammen starten wir den Podcast in Verbindung

00:00:21: rund um die Themen Geschlechtergerechtigkeit – Die Rolle von Männern und Allianzen für den Wandel.

00:00:26: Gemeinsam werden wir mit Gästen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft

00:00:30: diskutieren wie wir gemeinsam Geschlechtergerechtigkeits erreichen können In Verbindung.

00:00:42: Herzlich willkommen zu unserer neuen Episode des Trottkast in Verbindung!

00:00:48: Mein Name ist Helene Wolf, ich bin Gründerin und Co-Geschäftsführerin von fairshare of women leaders Und wir nehmen jetzt Ende März, die heutige Folge auf.

00:01:10: Impact-Filantrop und Steuerberater.

00:01:14: Ja, jedenfalls haben wir heute eine besondere Gästin bei uns Julia Monro.

00:01:23: Hallo Julia!

00:01:26: Wir würden uns freuen wenn du ein paar Worte über dich erzählen könntest.

00:01:32: Ja lilo erst mal vielen Dank.

00:01:34: für diese Einladung freue ich mich sehr drüber.

00:01:37: Ich bin die Julia Monrow Aktivistin, Beraterin für das Thema geschlechtliche Vielfalt und bin schon seit vielen Jahren mittlerweile in diesem Themenfeld unterwegs.

00:01:48: Und versuche die Lebenssituation für transintergeschlechtlich nichtbinäre Menschen auf diesem Planeten ein Stückchen besser zu machen.

00:01:58: weil unsere Gesellschaft doch sehr binärgeschlechter geprägt ist gibt es halt auch überall irgendwie Herausforderungen.

00:02:07: da habe ich Zum Beispiel ein großes Projekt, an dem ich mitwirken durfte.

00:02:11: Das war zum Beispiel mit dem Deutschen Fußballbund eine Spielordnung, die es dann auch transinternechminären Menschen ermöglicht in diesem System Fußball eine Spielezenz zu bekommen und den Wechsel von einer, beispielsweise von einer Damen in eine Herrenmannschaft zu verziehen und so.

00:02:31: Und an solchen Projekten versuche ich mitzuarbeiten um insgesamt diese Situation geschlächtliche Minderheiten zu verbessern.

00:02:39: Ja, und sind das ja im Moment keine besonders schönen Zeiten für das Thema?

00:02:44: Wo man dann merkt je mehr Regierungen nicht nur in Deutschland sondern auch der ganzen Welt nach rechts rücken dass das Thema geschlechtliche Vielfalt sehr in den Hintergrund gedrückt wird oder wir sogar krasse Rückschritte machen in der Offenheit für diese Themen.

00:03:02: Wie ist da denn im Moment deine Wahrnehmung?

00:03:06: Also das stimmt, wir hatten jetzt in Deutschland mit der Ampel-Regierung echt mal einen richtig großen progressiven Schritt nach vorne gemacht als wir dieses Selbstrichtungsgesetz bekommen haben.

00:03:16: In der Vergangenheit war immer die Union irgendwie an einer Regierung beteiligt und sämtliche Gespräche, die ich da auch geführt habe wie wir versucht haben dieses veraltete transsexuellen Gesetzes gilt über vierzig Jahre ist vom Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen als verfassungswidrig eingestuft worden.

00:03:36: Und man hat einfach daran festhalten wollen, also man brauchte dann eine psychologische Diagnose und ein psychologisches Gutachten um überhaupt den Geschlechzeintrag ändern zu können und so.

00:03:46: Da haben wir Ewigkeiten mit der Politik gerungen, um das endlich mal verbessern zu können und sind immer wieder auf Widerstände gestoßen.

00:03:56: Und jetzt hatten wir zum ersten Mal eine Regierung ohne Unionsbeteiligung, mit der Ampel-Regierung war es dann möglich diese veraltete Praxis abzuschaffen und das Selbstbestimmungsgesetz einzuführen.

00:04:08: Das hat im Ergebnis genau das Gleiche wie vorher das transsexuellen Gesetz Verfahren.

00:04:13: Nur die Prozedere des Verfahrens ist einfacher geworden.

00:04:16: also ich muss kein psychologisches Gutachten mehr erstellen lassen.

00:04:20: Ich muss kein gerichtliches Verfahren mehr durchlaufen, sondern ich gehe einfach zum Standesamt und gebe eine Erklärung ab und muss auch nicht mehr tausendfünfhundert oder zweitausend Euro auf den Tisch legen, sondern einfach, wie gesagt mal, stande, einfache Standesamtsgebühren.

00:04:34: Und das hat das ganze Leben so ein bisschen vereinfacht.

00:04:38: Und dadurch ist aber auch diese mediale Sichtbarkeit für das Thema enorm hoch geworden.

00:04:43: Und durch die mediale Sichtbarkeit merkt man natürlich, Ja, ich sag mal politisch instrumentalisiert wird.

00:04:49: Da wird dann behauptet geschlecht soll jetzt komplett abgeschafft werden und solche Sachen.

00:04:53: Und da sind wir immer wieder mit irgendwelchen Mythen und Unwahrheiten irgendwie konfrontiert und Ich finde das so erschreckend wie wir unsere Debatten heute führen dass es nicht mehr so Nicht mehr auf Sachlichkeit beruht sondern immer so auf Polarisierung und immer so skandalisieren und so weiter.

00:05:11: Und da leiden am Ende immer die Minderheiten runter, das merkt man auch.

00:05:15: Die jetzige Bundesregierung hat angekündigt, sobald sie wieder in der Regierung sind im Wahlprogramm würden Sie dieses Gesetz wieder rückabwickeln haben im Koalitionsvertrag sogar einen Satz reingeschrieben dass sie das früher evaluieren wollen als ursprünglich geplant.

00:05:33: und immer wieder mit diesem Narrativ müssen Frauen und Kinder besser schützen usw.

00:05:37: Also dieses Narrativ bedeutet immer, es könnten sich ja Männer zu Frauen erklären und dann in die Frauenumkleide gehen und da irgendwelchen Schindgluder treiben.

00:05:47: Da muss ich immer wieder sagen, ich habe noch nie gesehen dass jemand vor einer Umkleidekabine sitzt und nach einer Geburtstunde fragt bevor du diesen Raum betrittst.

00:05:54: Und für nichts anderes ist dieses Gesetz da und es regelt nicht den Zugang zu irgendwelche Räumen und das muss man sich immer wieder betonen.

00:06:05: ...explosive Sprache irgendwie stattfindet, die immer wieder zu unserem Nachteil irgendwie führt.

00:06:10: Und da wünsche ich mir doch sehr dass wir besonnener mit Menschen und Minderheiten... ...mit solchen Themen umgehen.

00:06:18: und dann merkt man schon das der Wind rauer geworden ist wieder.

00:06:23: Ja das ist ja auch was halb wie heute zusammensitzen.

00:06:27: du hast ja angedeutet Das ist da jetzt eben auch wirklich eine gemeinsame Anstrengung und auch Solidarität bräuchte.

00:06:34: Und wir haben sozusagen die Überschrift Allyship.

00:06:38: und was da gefragt und wichtig wäre, wie verstehst du denn Allyships?

00:06:42: Was verstehst Du darunter an?

00:06:44: Was würdest Du Dir vor dem, was Du gerade beschrieben hast, dir gerade wünschen oder ja auch einfordern von Menschen, die Allys sein wollen oder werden wollen?

00:06:54: Also Allyship hat für mich immer... Ich beschreibe immer so meinen Demokratieverständnis.

00:06:59: Viele Leute denken, Demokratie heißt das Recht des Stärkeren und ich beschreiber Demokratie als Verantwortung für die Schwächerin.

00:07:08: Und Allyship bedeutet für mich sich erstmal der eigenen Privilegien irgendwie bewusst werden.

00:07:13: in welcher Situation, in welchen sozialer Herkunft In welchem Land bin ich geboren?

00:07:21: Also was ist meine eigene Herkünft?

00:07:23: Welche Privilegen ergeben sich daraus?

00:07:26: Wie ergibt sich daraus eine Verantwortung für andere, die es vielleicht nicht so gut haben?

00:07:31: Und das ist so mein Verständnis von Allyship.

00:07:34: Wie gehen wir miteinander um?

00:07:36: Wie können wir empathischer miteinander sein und insbesondere den Gruppierungen, die's in der Gesellschaft vielleicht schwerer haben als andere dass wir auf die zugehen, dass wir denen die Hand reichen und gemeinsam irgendwie nach Lösungen suchen?

00:07:54: Wir gehören zur Mehrheit, wir bestimmen jetzt wie das hier zu laufen hat.

00:07:59: Also es fällt immer den Minderheitengruppen zum Opfer.

00:08:02: Wir sind in der Transcommunity, wir sprechen immer so von ungefähr ein Prozent in der Bevölkerung.

00:08:06: Es gibt unterschiedliche Studien mit null Komma sechs Prozent beispielsweise und wir sind einfach als Community viel zu wenig um für unsere Themen irgendwie alleine einzustehen, um dafür zu kämpfen immer wieder aufzuklären und wir sind darauf angewiesen, dass wir eine solidarische Gemeinschaft haben die sich als Eli versteht.

00:08:30: Und ja für unsere Themen mit einsteht und vielleicht auch mal mit auf die Straße geht oder Gespräche mit Leuten in der Politik führt und Forderungen aufstellt und einfach das man bewusst sein dafür schafft wer bin ich welche Privilegien habe Ich und welche Verantwortung ergibt sich daraus für andere.

00:08:51: Wir haben ja unseren ersten Folgen vor allem mit, ich sag mal, männlich gelesenen Personen mit relativ viel Privilegien gesprochen die sich da so verstehen oder zumindest auf dem Weg verstehen.

00:09:04: und mein Eindruck ist gerade dass es da eine große Verunsicherung gibt wie sie das denn jetzt machen sollen Und ich glaube, eine wahnsinnige Angst Fehler zu machen und ja zwar vielleicht in diesem Weg der Selbstreflektion schon ein paar Schritte gegangen sind.

00:09:22: Aber jetzt so an der Schwelle dass das Handel entstehen.

00:09:26: Du hast ja gerade ein paar Sachen genannt die du dir da vielleicht wünschen würdest.

00:09:30: von von allies oder potenziellen allies gibt es da vielleicht wirklich auch ein paar Beispiele wie du das schon gesehen hast wo du sagen würdest hey wenn das zehn Prozent mehr machen würden, wäre schon viel erreicht.

00:09:43: Oder ja was du gerade sagst bei diesen Beispielen bräuchte es jetzt genau das und vielleicht da so ein paar ganz konkrete noch Wünsche oder auch Beispiele vielleicht an die Hand geben könntest für Menschen, die da gerade glaube ich viel darüber nachdenken.

00:10:02: davon gibt's glaube ich einige.

00:10:05: Also ich glaub als erstes würde ich diesen Leuten gerne erstmal die Angst nehmen dass sie Keine Angst haben müssen was falsch zu machen, weil ich sage auch immer Toleranz ist keine Einbahnstraße.

00:10:14: Nur weil ich jetzt so einer weniger privilegierten Gruppe gehöre habe Ich nicht das Recht Bei jeder Gelegenheit irgendwie mit dem Holzhammer um mich zu schlagen und alle die Fehler Machen irgendwie sofort zu verurteilen.

00:10:28: Also da will ich halt ein bisschen angst wegnehmen Und einfach sagen traut euch in dem.

00:10:34: also ich Versuche dass ein bisschen immer einzusortieren in dem moment wo ich mit einem menschen spreche habe ich ja sofort ein Gefühl dafür, ob diese Person mir wohlgesonnen ist oder nicht.

00:10:46: Und das merke ich als Transpersonen so fort, ob die Person mich jetzt mit dem richtigen Namen anspricht, meine Pronomen akzeptiert und so weiter.

00:10:53: Da merk' ich ja da ist ein Empathieverständnis vorhanden und da bin ich die Letzte, die bei Fehlern... Also ich muss ein Beispiel bringen.

00:11:05: Ich hab noch ab und zu Kontakt mit einem Cousin von mir, ansonsten Leuten aus meinem familiären Umfeld den Kontakt verloren.

00:11:12: Aber ein Cousin von mir, der kennt mich nun mal seit über dreißig Jahren in einer anderen Rolle und ihm rutscht es immer noch manchmal raus, dass er mich mit einem anderen Namen anspricht oder mich anderen mit einem falschen Namen, mit dem alten Namen vorstellt.

00:11:28: Und das ist mein Cousine.

00:11:30: Ich weiß, dass sie mir sehr wohl gesonnen ist und da bin ich jetzt die letzte, die ihn da ständig... Also ich bitte ihn natürlich darum drauf zu achten Aber ich weiß, dass er mir nichts Negatives möchte und da bin jetzt die letzte, die ihn da ständig irgendwie dafür verurteilen möchte.

00:11:44: Und deshalb will ich denjenigen auch irgendwie so ein bisschen die Angst wegnehmen glaube ich.

00:11:51: Ich glaube das ist auch der Schlüssel in dem Umgang miteinander, dass wir einfach besser aufeinander achten indem wir empathischer miteinander sind und versuchen auf das Gegenüber einzugehen und nicht mit unserer Vorstellung wie mein Gegenüber vielleicht zu sein hat.

00:12:12: Also dass wir unsere eigenen Denkmuster irgendwie hinterfragen, Seemuster hinterfragten und daraus leiten sich ja dann sehr oft auch immer Vorurteile ab, sondern dass wir einfach den Menschen, denen wir gerade uns gegenüber sehen das wir fragen Wie heißt du?

00:12:30: Wie darf ich dich ansprechen?

00:12:31: Welchen Pronomen darf ich dir anreden?

00:12:34: Und das schafft sofort eine ganz andere Atmosphäre, als wenn da jemand kommt.

00:12:39: Nee du siehst für mich aber nicht aus wie eine Julia und deshalb spreche ich dich halt auch anders an.

00:12:43: das gibt es halt auch dass mir das immer wieder fährt.

00:12:47: und also der Schlüssel ist einfach ein empathisches Miteinander glaube ich und darauf können wir drauf aufbauen und viel besser miteinander in dieser Welt umgehen.

00:13:00: Mit einem Kursor muss ich eine kleine Lanze brechen.

00:13:03: Mein Vater hat mich immer gerne mal mit dem Namen Bernd angesprochen, dass der Name seines jüngsten Bruders ist und mein Neffe, der nächst ältere halt so in der männlichen Reihe wird dann gerne Mal Kai genannt.

00:13:18: also das ist dann auch irgendwie im menschlichen Gehirn und vielleicht auch ganz viel im männlichen Gehör.

00:13:28: Ja, das sind Gewohnheitsmuster und natürlich... Also ich habe eine sehr starke Veränderung in meinem Leben durchgemacht.

00:13:35: Natürlich müssen sich Menschen daran gewöhnen.

00:13:37: aber irgendwann also merkst halt ob die Menschen das akzeptieren und wohlwollend damit umgehen.

00:13:45: und da also da toleriert man halt auch Fehler.

00:13:49: Aber wenn man merkt dass da eine sehr ablehnende Haltung ist und ne ich kenne dich nur so nicht werde dich auch nur so ansprechen.

00:13:56: Also da unterscheide ich dann.

00:13:58: Ich sag mal, ermahne ich an den Anführungsstrichen.

00:14:01: Ein-zwei Mal vorsichtig und irgendwann muss ich mir das aber auch nicht mehr gefallen lassen.

00:14:05: Definitiv nicht!

00:14:06: Genau und da muss man halt glaube ich ein bisschen feinen Gefühl beweisen wo ist es jetzt wohl wollen?

00:14:14: An der Tagesordnung?

00:14:15: und wo ist halt eher so die Ablehnung im Vordergrund?

00:14:18: und da unterscheide ich dann schon sehr streng und ich bin heute auch so dass sich.

00:14:24: Also ich kann ja bestimmen, wie viele, ich sag mal toxischen Muster möchte in meinem Umfeld haben und so.

00:14:30: Und wenn ich merke dass da einfach kein Wille irgendwie zu einer Besserung ist dann muss ich mich auch nicht weiter damit auseinandersetzen kann jederzeit sagen hör ma Ich glaube wir passen irgendwie nicht zueinander und dann lässt man es halt einfach.

00:14:44: also ich muss ja auch nicht mit jedem Menschen auf diesem Welt irgendwie Best Friends sein und da hat man ja auch ein gutes Recht zu.

00:14:51: Es gibt ja auch diesen Spruch ne?

00:14:52: Wenn du mit einem... wie geht der nochmal?

00:14:55: Wenn du nur mit einem Idioten diskutierst, gibt es zwei Idioten oder so ähnlich.

00:15:00: Denk er nicht, glaub ich leider nicht!

00:15:03: Ich kenne einen.

00:15:06: Da kommt ein Schüler zu seinem Rabbi und ne zu seinem Meister oder so Und fragt dann Meister was ist das Geheimnis des Lebens?

00:15:17: Man sagt ja niemals mit Idioten zu streiten.

00:15:22: Da bin ich aber anderer Meinung.

00:15:23: Dann sagt der Meister, ja du hast recht!

00:15:29: Das ist momentan die sehr viel feinsinnige Reversion dessen großartig.

00:15:38: Ich finde das super interessant weil es ist so eine Balance über die ich mir auch sehr viele Gedanken mache und die ich mich auch in meiner Arbeit viel stelle Weil ich finde es auch wichtig anzuerkennen, was das für Arbeit auf deiner Seite braucht rauszufinden.

00:15:52: Wie ist denn da mein Gegenüber unterwegs?

00:15:54: Das ist Arbeit die du leisten musst sag ich jetzt mal so blöd dann für dich eine Entscheidung zu treffen ja isst er ne Lernbereitschaft sehe ich da Ansatzpunkte dass ich auch bereit bin dazu investieren dass die Person während und du musst es ja navigieren was ist das jetzt für einen Raum wie die Person die mir dagegen übersitzt.

00:16:16: Und ich finde, dass auch oft ein bisschen unter den Tisch fällt das mit anzuerkennen was da immer mit rein fließen muss.

00:16:25: Du musst es für dich ausbalancieren entscheiden rausfinden und ich finde auch da braucht's um ihn bewusst sein von uns allen Wie wir auftreten und dass nicht allein die Verantwortung der anderen Person ist es jetzt rauszukitzeln sozusagen und das finde ich einen ganz wichtigen Aspekt, der glaube ich in diesem Jahr wohl wollen Gemeinsames lernen.

00:16:52: Der oft so ein bisschen übersehen wird was das für Arbeit braucht.

00:16:57: Ich merke halt immer ob da eine Dialogbereitschaft vorhanden ist.

00:17:00: also ich habe für mich so eine Art.

00:17:03: Also du entwickelst mit der Zeit auch ganz feine Sensoren dafür durch die Stadt gehst und auch wenn du da blöde Blicke bekommst usw.

00:17:12: Und du lernst halt mit diesen Situationen umzugehen, Du lernest auch wo will ich in welche Konflikte will ich reingehen?

00:17:21: Welche sind es mir vielleicht wert oder wo sehe ich vielleicht Potenzial dass man gegenüber der vielleicht auch was lernen kann.

00:17:28: und wenn ich merke also ich diskutieren zum Beispiel nicht im online Raum Irgendwie in sozialen Medien, wenn da wilde Debatten geführt werden und so weiter.

00:17:36: Und meistens diskutierst du dann mit irgendwelchen anonymen Katzenprofilbildern oder so?

00:17:41: Da sind noch nicht mal reale Menschen!

00:17:44: Das ist für mich halt eine völlig sinnlose Debatte... ...und die für mich nur negativ ändern kann.

00:17:50: Wo ich mir sehr viel Negativität irgendwie auch in mein Mindset reinhole.

00:17:55: Und das möchte ich halt gar nicht.

00:17:58: Aber wenn ich merke, Dialog und mein Gegenüber hat, ich sag mal ein Fehler gemacht.

00:18:04: Und wie gesagt dann hör ma das wird aber heute anders andersgesagt.

00:18:09: Das verwendet man heute nicht mehr so.

00:18:11: Dann sagt die Person von vornherein direkt und tut mir leid hab ich nicht gewusst danke für diese Horizont Erweiterung oder so.

00:18:21: Da merkst du da ist eine Bereitschaft in der Lehrenbereitschaft einen Wille vorhanden Menschen nicht verletzend zu wollen.

00:18:27: und also eine feine Sensorik usw.

00:18:31: Und das unterscheide ich, da habe ich einen ganz deutlichen Bullshitfilter.

00:18:35: und wenn ich merke, dass jemand nicht bereit ist zu dann gibt es wie gesagt ein zwei Mal irgendwie ne Rückmeldung von mir und dann muss ich mich damit aber auch nicht weiter befassen.

00:18:45: Das Thema hatten wir hier auch schon.

00:18:47: du hast ja diese Dimension Männer Frauen hast Du

00:18:51: definitiv

00:18:51: und dann eben noch mit Deiner Trans Identität dann sogar noch mal oben drauf, auch dieses in der Begegnung eben das Gegenüber irgendwie abzuholen und aufzuklären.

00:19:04: Und so weiter und sofort.

00:19:05: Das Thema hatten wir jetzt hier allein schon in dieser Männer-Frauen Dimensionen schon, dass Helene eben auch meinen Bewusstsein dafür geschärft hat jetzt in den Gesprächen die wir geführt haben, dass man das nicht nur bei den Frauen abbläht ja?

00:19:21: Und dass Heline da ist gerade nochmal Ansprach, da hat mir jetzt auch noch mal so diesen Blick geöffnet.

00:19:29: Wie viel mehr du ja dann davon eben auch noch zu tragen hast?

00:19:34: Zu erläutern hast aufzufangen hast wieviel Resilienz es dann eben bedeutet und die Bereitschaft schon für eben allein diese Gruppe, die die Hälfte der Bevölkerung ausmacht.

00:19:45: Ja eben schon sehr oftmals erschreckend gering ist.

00:19:49: aber Ja,

00:19:51: das ist

00:19:51: dann eine Menge die da auf dir lastet.

00:19:55: Es gibt so ein Powerwheel wo man... Das kann man sich im Internet runterladen und da kann man selber mal die eigene Zugehörigkeit zu den unterschiedlichen Gruppen ausmalen.

00:20:06: Und wenn man sich das ausgemalt hat sieht man je mehr Felder in der Mitte dieses Rades, dieses Kreises ausgefüllt, ausgemalt wurden.

00:20:18: Dass du größer konzentriertst dich deine Macht oder deine Privilegien und je weiter das nach außen geht, dass du weniger Privilegen hast.

00:20:25: Wenn man sich das mal selber vor Augen führt in welcher Situation bin ich denn eigentlich?

00:20:31: Ich bin auch gegenüber zum Beispiel intergeschlechtlichen oder nichtbinären Personen habe ich höhere Privilegn als diese Gruppe.

00:20:38: die sind nochmal von mehr Diskriminierung struktureller Diskriminierungen betroffen usw.. Die Akzeptanz von Homosexuellität hat sich in den letzten Jahren, Jahrzehnten in der Gesellschaft sehr breit gemacht.

00:20:52: In den letzten zehn Jahren ist Transgeschlechtlichkeit immer mehr auch so in die Wahrnehmung der Gesellschaft gerückt was immer noch viel für Polarisierung sorgt bei einigen.

00:21:05: aber das da jetzt... Also es gibt binäre Transgeschlechtlichkeit, also Transmänner, Transfrauen die sich als männliche oder weiblich verorten.

00:21:15: Aber dann gibt es ja auch noch Menschen die sich nicht binär verstehen und die sich ... Als Divers verstehen oder als Genderfluid und da gibts ja noch ganz... Es gibt ein breites Spektrum an was das Verständnis von Geschlecht betrifft usw.

00:21:30: Und die haben nochmal ganz andere Herausforderungen.

00:21:32: oder Intergeschlechterkeit.

00:21:33: zum Beispiel wie viele Kleinkinder wurden im Babyalter operiert, um in eine Norm irgendwie rein zu pressen.

00:21:41: In eine binäre Geschlechtsnorm.

00:21:43: und diesen Gruppen gegenüber habe ich ja auch noch mal eine Verantwortung und eine bestimmte Privilegien gegenüber.

00:21:52: Und ich glaube da müssen wir uns alle bewusst machen andere haben also in unterschiedlichen Lebenslagen immer mehr oder weniger Privilegen.

00:22:03: Also das Wichtigste ist einfach, dass wir alle mal miteinander ins Gespräch kommen und mehr Feindfühliger miteinander sind.

00:22:09: Nächstenliebe ist so ein Stichwort wo wir einfach mal bisschen mehr wieder aufeinander achten und nicht nur mit unserer Brille unsere Welt sehen sondern auch mal denken.

00:22:20: mein Gegenüber hat ein ganz anderes Verständnis es ist ganz anders aufgewachsen hat ganz andere Möglichkeiten im Leben bekommen vielleicht auch und das müssen wir uns glaube ich viel viel häufiger bewusst machen.

00:22:32: Diese Power Wheel, das kann nicht nur jedem Menschen irgendwie mal empfehlen sich das mal anzuschauen.

00:22:36: Das sollten

00:22:37: wir den

00:22:38: Show

00:22:38: Notes verlinken!

00:22:39: Das ist ein ganz tolles Instrument.

00:22:42: Das können wir hier verlinken für alle die es mal für sich machen wollen.

00:22:46: Ist ja auch eine ganz konkrete Annäherung, die jede Person für sich Und ich finde, was du gerade auch beschreibst ist für mich auch so ein wichtiger Bestandteil von Allyship.

00:22:59: Das der eben nicht... das ist kein An aus!

00:23:04: Ich hab Privilegien du nicht und es ist immer ganz klar wer da auf welcher Seite ist sondern dass wir alle da komplexe Identitäten und Privilegen in uns tragen die in ganz unterschiedlichen Situationen entweder von uns Allyshop fordern oder Wir Allyship von anderen brauchen, das ist ein Einfluides sich veränderndes und komplexes Konstrukt.

00:23:27: Und ich glaube hier mehr wir alle uns dieser Komplexität auch gewusst sind umso weniger wird es so einen polarisierendes Konzept dass die eines brauchen und die Anderen das geben.

00:23:40: Privilegien können sich auch mal umkehren.

00:23:42: ja also Ich bin dann ich bin dann auch oder ich hatte eben dieses Beispiel mit Toleranz ist keine Einbahnstraße.

00:23:49: auf einem Vortrag von der Evangelischen Kirche in Mainz.

00:23:52: Und dort wurde mir auch gesagt, dass das Publikum wirklich so ein bisschen Angst

00:23:58: hat,

00:23:59: dass sie was Falsches sagen und falsche Fragen stellen

00:24:01: usw.,

00:24:01: dann habe ich denen halt versucht es auch zu erklären, dass Toleranz keine Einbahnstraße ist, die müssen keine Angst haben.

00:24:08: oder wir haben ja auch über so Empathie und so weiter gesprochen.

00:24:12: In dem Moment ist mir bewusst geworden eigentlich bin ich diejenige, die immer Angst hat verletzt zu werden, diskriminiert zu werden.

00:24:18: Und jetzt, sobald ich dann dort also vorne auf der Bühne stand.

00:24:22: Sobald Ich oben stehe habe ich ein ganz anderes Setting und da bin ich jetzt plötzlich in der Verantwortung und habe einen Privileg und Bin Jetzt In der Verantwortung diese Leute irgendwie mitzunehmen und sie auch nicht irgendwie von Kopf zu stofen und Sie für zu verletzen.

00:24:38: oder Also Da gibt es sich Dann Für mich so eine Privilege im Umkehr und das war für mich dann auch noch mal sehr spannend aus dieser Perspektive das nochmal zu ja zu erfahren.

00:24:49: Es ist auch ein Thema, wo wir regelmäßig darauf hingewiesen werden.

00:24:53: Wo es geht raus an Anna?

00:24:55: Dass sie auch sagt ich muss mir Helene jetzt noch mal ein bisschen helfen das Warn-Seminar zum Thema Rassismus, wo der Vortragende, der Trainer als eben dieses Wort Privilegien benutzt und dann fragte wer sagt denn dass du privilegiert bist?

00:25:14: Ich fühle mich auch privilegiat.

00:25:17: Und wo sie sagte, das hat sehr viel mit ihr gemacht und deshalb spricht sich das auch immer wieder an.

00:25:24: Aber wir vielleicht auch mal eine Idee für ne weitere Folge, das Thema mal ein bisschen mehr aufzudröseln.

00:25:32: was sind eigentlich Privilegien?

00:25:34: Was sind Perspektiven auf Privileggien?

00:25:36: Also ich glaube wichtig ist halt ne Fähigkeit der Selbstreflexion dass man Ich selbst anschaute, wer bin ich?

00:25:43: Was will ich?

00:25:44: Wie möchte ich mit anderen Menschen auf diesem Planeten zurechtkommen.

00:25:48: Was hat man mir von Kind an vielleicht in die Wiege gegeben?

00:25:52: Was habe ich auf meinem eigenen Weg irgendwie noch gelernt und bin ich bereit mich auch mit anderen Lebensrealitäten auseinanderzusetzen?

00:25:58: also da braucht es auf jeden Fall diese Fähigkeit zur Selbstreflexion um Privilegien verstehen zu können.

00:26:05: Das hast du hier in deinem Leben zwei unterschiedliche Geschlechterrollen auch gelebt und hast du da eine krasse Veränderung gespürt?

00:26:15: Ja, also es gibt ja immer so diese Behauptungen.

00:26:20: Transfrauen sind Männer die sich jetzt nur die Vorteile von Frauen irgendwie erschleichen wollen oder in keine Ahnung Frauenräume betreten wollen um oder Frauen von Frauen Quoten profitieren wollen usw.

00:26:33: Und ich sage aber immer Ich habe mit meiner Transition meine Privilegien abgegeben.

00:26:39: Es ist ein erheblicher Unterschied, ob du als Mann oder als Frau abends durch eine dunkle Tiefgarage läufst.

00:26:47: Es macht einen ganz anderen Unterschied, Ob du als man ich sag mal in der Bahn sitzt abends und es ist vielleicht schon dunkel und alleine Oder als frau und du hast Ich sag mal im Sommer ein Kleid an oder so Und du wirst ganz anders angeschaut.

00:27:05: und das sind Situationen auf die bereitest du dich Transperson nicht vor und du kommst ständig in solche Situationen, die dir sehr unangenehm werden.

00:27:15: Ich habe auch schon einige Strafanzeigen gestellt wegen Belästigung, wegen... ich hatte mal einer mit dem Auto verfolgt oder mit dem Fahrrad bis ins Hotel verfolgen und ist im Hotel da die Treppen hoch gegangen und hat mir quasi nachgestellt und solche Sachen.

00:27:33: Also du setzt dich plötzlich mit Situationen auseinander, die hast du vorher in der männlichen Rolle nie erleben müssen.

00:27:40: Du hast dich nie damit auseinandersetzen müssen.

00:27:43: Da warst du immer mehr oder weniger ... Ich sag mal so, die starke Rolle, die beschützende Rolle vielleicht auch und das abgeben zu müssen.

00:27:52: Das war schon echt eine sehr große Umstellung.

00:27:56: Und da sind jetzt nur ein... also ich sage mal Sexismus

00:28:01: usw.,

00:28:01: da sind ja nur einige Beispiele Aber auch wie viel weniger du als Frau ernst genommen wirst, zum Beispiel in Diskussionen.

00:28:11: Und da geht es noch gar nicht mal darum, ob du eine Transfrau bist sondern einfach nur weil du ne weiblichen Rolle bist und so.

00:28:18: Also das sind alles Situationen mit denen du dich... also da gibt's kein Vorbereitungskurs drauf und das ist halt echt... Da musste man sich erstmal durchstrampeln glaube ich.

00:28:32: Ja, das ist auch ganz wichtig, das nochmal herauszustellen.

00:28:35: Das macht jetzt niemand weil ach ja es her so einfach und dann kann ich in die Frauen saune rein wie das ja gerade von rechts dann immer erzählt wird und nun mal zu menschenverachtendem Verhalten führt.

00:28:53: Also da merke schon sehr dass mein Leben sich sehr drastisch verändert hat, sehr viel ängstlicher geworden, sehr viele zurückhaltender.

00:29:01: also nicht mehr laut, sondern eher vorsichtig zurückhaltend und gucke wann ist es angebracht dass ich jetzt quasi meinen Mund aufmache.

00:29:11: Ich bin sehr schüchtern geworden, sehr ängstlich geworden.

00:29:17: aber also im politischen Raum weiß ich dann schon auch wenn ich meine Forderungen stellen kann und wir leben in der Demokratie und meine Stimme ist das was ich halt nutzen kann um für mich oder meine Community einzustehen.

00:29:31: Aber sonst im Allgemeinen bin ich schon sehr viel, also es hat mein Leben sehr stark verändert und ich rede auch nur noch dann wenn ich es wirklich muss.

00:29:43: Also ich bin auch sehr viel in der beobachtenden Rolle analysiere was um mich herum passiert.

00:29:49: Ich habe vorhin gesagt so die Sensorik hat sich sehr stark ja mehr besser ausgebaut irgendwie.

00:29:56: Und ja da gibt man Privilegien ab wenn man so eine Transition von eine männlichen in die weibliche Rolle macht.

00:30:02: Ich finde es ganz spannend, wie du es formulierst darauf gibt's keine Vorbereitungsserminare.

00:30:08: ich könnte mir vorstellen dass das dann bei dir auch zu ja noch mal anderen Reflektionen geführt hat wie du in deiner vorherigen Rolle wahrgenommen wurdest.

00:30:18: und gerade wenn sich die Veränderung dann so ich sag jetzt mal krass angefühlt hat könnt ihr mir auch vorstellen dass dich beschäftigt hat oder?

00:30:27: Also das, was dir von der Gesellschaft gespiegelt wird, das verunsichert dich.

00:30:32: Du fragst sich immer wieder ist es überhaupt der richtige Weg, den du da gerade gehst und so?

00:30:37: Aber also bei mir war das so dass ich bis zum fünfundreißigsten Lebensjahr das halt irgendwie unterdrückt habe Und das war schon im Kindesalter.

00:30:45: Ist das ja bekannt geworden?

00:30:47: oder hab ich zum ersten mal versucht das irgendwie zum Ausdruck zu bringen?

00:30:50: Ich bin in einem sehr religiösen Elternhaus großgeworden stark christlich evangelikal geprägt ist.

00:30:59: und ich weiß noch als ich mich dann das erste mal irgendwie an dem Kleiderschrank meine mutter bedient habe da war ich sechs sieben acht jahre alt so um den dreh Und irgendwann ist es halt aufgefallen und dann hieß es immer dass es sünde, das darf man halt nicht.

00:31:15: Das dementsprechend wurde das eigentlich ein Leben lang unterdrückt bis ich fünf und dreißig war und Dann hab' ich das auch gar nicht mal so freiwillig gemacht.

00:31:25: aber Ich sag mal, dann war ich in der Situation wo ich gar keine andere Wahl mehr hatte.

00:31:29: Ich musste jetzt irgendwie dazustehen das war jetzt in der Welt und musste damit umgehen.

00:31:33: aber trotzdem wird dir immer wieder gespiegelt dass es falsch.

00:31:37: und dann habe ich auch Whatsapp und SMS Nachrichten bekommen.

00:31:40: du musst Buse tun und wieder den Weg zurück gehen und so weiter.

00:31:43: also du wirst halt ständig immer wieder verunsichert und sich da durchzukämpfen und irgendwann wirklich sein eigenes wahres Ich auch dazu zu stehen und eine Selbstbewusstsein zu entwickeln.

00:31:57: Und auch eine Selbstwirksamkeit irgendwie zu entwickeln, dass du nicht ständig in diesem System so als Spielball hin- und hergeschubst wirst.

00:32:05: Also das ist schon ein sehr langer anstrengender Kampf und den auch nicht alle gewinnen muss ich sagen.

00:32:11: also es gibt auch unter Transpersonen sehr viele Menschen die an Depression leiden sozialem Rückzug bis hin zu Suizidalität usw.

00:32:25: Das sind Themen, mit denen ich auch zu tun hatte und wo ich dankbar bin dass ich mich da durchbeißen konnte und heute quasi eine der zentralen Stimmen in Deutschland sogar geworden bin um für dieses Thema einstehen zu können.

00:32:39: Heute kriege ich immer wieder E-Mails... Ich habe jetzt vor zwei Tagen noch einen E-mail bekommen von einer Frau die Ich sag mal evangelikal, christlichen, bubblegroß geworden ist und dort sich total akzeptiert gefühlt hat.

00:32:55: Aber kaum war das eigene Kind, hat sich dann als trans geoutet.

00:32:59: Dann hat da halt sehr schnell gemerkt wie begrenzt diese... Diese nächsten Liebe auch ist und so.

00:33:06: Und da hat sie sich dann ermutigt gefühelt.

00:33:08: Sie hat mich irgendwo in einem Interview gesehen und so.

00:33:10: und wenn ich dann solche E-Mails bekomme, weiß ich heute genau, ich bin auf dem richtigen Weg.

00:33:15: und genau dafür kann ich biblisch gesprochen Salz und Licht sein in dieser Welt.

00:33:19: Und versuchen zu leuchten, um Menschen ein Vorbild zu sein, ein Rollmodel zu sein.

00:33:25: Solche Erlebnisse, solche Erfahrungen, die bestärken dich dann natürlich in deinem Selbstbild.

00:33:30: Ich bin heute froh und möchte nichts anderes mehr tun und bin stolz und glücklich über den Weg, den ich gegangen bin.

00:33:37: Das kann ich auch immer nur allen Menschen empfehlen.

00:33:39: Viele machen sich Sorgen vor der Zukunft was in der Zukunft passieren könnte.

00:33:44: Da sag ich immer, Leute schaut man nach hinten was ihr eigentlich schon alles geschafft habt im Leben.

00:33:48: Und das bestärkt einen dann noch mal.

00:33:53: Ich hab ja auch jetzt im Hinblick auf so, herkommt aus einer Unternehmerfamilienvermögen und so weiter habe ich ja auch irgendwie vieles immer mehr abgelegt an Zuschreibungen die man dann hat und Erwartung die da dran hängen und mich daraus gelöst einen Bruch riskiert mit mir sehr nahestehenden Personen, indem ich diese Rolle verlasse.

00:34:22: Und auf dem Weg dahin muss ich auch sagen haben mich so die Geschichten von Transitionen sehr bewegt und irgendwie auch so inspiriert im Hinblick darauf wie führe ich ein authentisches Leben das mir wirklich entspricht?

00:34:38: Wir haben uns ja mal unterhalten, da hab ich so ein bisschen von meinem Weg erzählt und du sagst, das kann ich sehr gut nachführen.

00:34:45: Und tatsächlich war das eben auch ein Thema, wo ich dachte... Also ohne dass es für mich selbst ein Thema ist, fand ich die Geschichte dahinter wirklich inspirierend her.

00:35:03: Ja, das sind so diese Phasen der Selbstfindung.

00:35:05: Wenn man dann irgendwann mal diesen Punkt erreicht hat und sich wirklich auch selbst hinterfragt was will ich eigentlich in diesem Leben?

00:35:13: Wo möchte ich hin?

00:35:14: Und ist das was mir vorgegeben wurde im System?

00:35:19: Ist das wirklich meine Rolle?

00:35:22: Es ist ja oft sehr oft so dass gerade Eltern eine bestimmte Vorstellung haben wie welchen Beruf die Kinder später machen usw.. Und das sage ich halt auch den Eltern, also wenn ich so Aufklärungs-Workshops und so weiter mache.

00:35:35: Dann sage ich den Eltern auch immer eure Kinder sind nicht eure Projektionsfläche.

00:35:39: Die sind nicht dafür da um eure Wünsche zu erfüllen sondern wenn das Kind sich plötzlich outet und sagt Ich bin junger und stehe auf Jungs dann ist das so.

00:35:51: Dann können sich die Eltern das tausendmal anders wünschen.

00:35:54: es ist aber Das kind hat immer noch einen eigenen ein eigenes Leben und einen Recht darauf, sich selbst irgendwie zu entfalten.

00:36:01: Und das betrifft sowohl die Berufswahl, die romantische sexuelle Orientierung oder auch die Geschlechtszugehörigkeit usw.

00:36:12: An diesem Punkt muss man erst mal irgendwann kommen, dass man sich aus dem System irgendwie selbst befreit, selbst rauszieht und dass dieser Befreiungsschlag für Konfliktpotenzial sorgt.

00:36:25: Daran kann man dann auch messen, wer steht eigentlich hinter mir und wer ist wirklich an meinem Leben interessiert oder möchte nur seine eigenen Vorstellungen durchsetzen wie ich halt leben möchte.

00:36:36: Und da so eine Transition durchzuleben, also ich kann eigentlich nur jedem Menschen dazu raten macht meine Transition in welche Richtung auch immer.

00:36:50: in Richtung des Lebens das einem entspricht.

00:36:52: Also zumindest der Mann.

00:36:53: Ich meinte, dass jetzt nicht speziell auf Transgeschichte

00:36:55: steht.

00:36:55: Nee, nee!

00:36:56: Das habe ich schon verstanden.

00:36:59: Aber ich wollte es nochmal herausstellen damit die Zuhörenden das eben auch richtig einordnen.

00:37:09: Was ich so spannend daran finde ist, dass das ja dann auch ganz viele Möglichkeiten und Situation bietet, dass eben eine Verbindung entstehen kann wenn sozusagen wie wie wir einander unterstützen können, wenn wir durch diese Phasen gehen.

00:37:24: Und Julia du hast jetzt auch schon paar Sachen genannt die du jetzt versuchst Menschen mitzugeben, wie sie da unterstützend sein können.

00:37:32: und vielleicht gibt es ja auch Dinge aus deiner Erfahrung wo du sagst als ich in dieser Phase war haben ein paar Menschen wirklich geschafft dafür mich dazu zu sein und mich dabei zu begleiten und zu unterstützen und so eine Verbindung herzustellen, weil das natürlich gibt es einen Riesenteil, den wir da irgendwie durchdienen.

00:37:52: Wir alleine durch müssen.

00:37:54: aber wenn da Menschen uns dabei begleiten in solchen Phasen dann hat das natürlich auch eine große Auswirkung auf uns.

00:38:03: wie gestärkt wird daraus hervorgehen oder?

00:38:06: Da sind ja beim Thema Resilienz mit solchen Situationen gut umgehen.

00:38:13: Dazu gehört dann auch, also zu Resilienz, die eigenen Fähigkeiten und aber auch das soziale Umfeld.

00:38:22: Welche Menschen suche ich mir, die mich auf diesem Weg vielleicht begleiten können?

00:38:27: Ich muss sagen dass ich mich wirklich, Mutter sehen alleine auf einem riesigen großen Schlachtfeld gefühlt habe weil ich aus diesen religiösen evangelikalen Umfeld kamen der Menschen, die ich kannte auch irgendwie so eine Verbindung dazu zu diesen Kreisen hatten.

00:38:48: Das heißt mit der Transition oder mit der Offenbarung dass ich jetzt halt als eine Transfrau bin und in der weiblichen Rolle weiterlebe habe ich halt also kann man sich vorstellen neunzig Prozent meines sozialen Umfeldes irgendwie verloren und das waren alles überwiegend Menschen die ja auch sehr nahe stehen sich da durchzuweisen, also ich habe sehr viel an Vertrauen zu Menschen verloren.

00:39:14: Und hab dann nach und nach erstmal mich auch so ein bisschen abgeschottet weil du dich erst mal irgendwie neu sortieren musst, neu orientieren musst.

00:39:23: Wer ist denn jetzt für mich noch überhaupt vertrauenswürdig?

00:39:25: Mit wem kann ich über dieses Thema sprechen?

00:39:28: Wer könnte mir eine Unterstützung sein

00:39:30: usw.?

00:39:32: Da gab es dann sehr vereinzelt Menschen die bis heute noch an meiner Seite stehen zum Glück.

00:39:37: Und also ich spiel Volleyball im Volleyball-Team und da gab es dann ein paar Mädels aus meinem Team, denen war das völlig egal.

00:39:45: Die hatten natürlich auch Anfangs Schwierigkeiten mit der Namensänderung aber den war das wirklich egal.

00:39:52: die haben mich als Mensch Schätzen gelernt und stehen bis heute noch an meiner Seite und da bin ich sehr dankbar für und da kann ich glaube ich auch allen nur empfehlen sortiert sehr genau aus wer ist an eurem eigenen Wohl interessiert?

00:40:07: Oder für wen seid ihr?

00:40:08: einfach nur Projektionsfläche, für eigene?

00:40:10: Für deren Ideen oder so.

00:40:12: Und ja also da bin ich froh dass sich das nicht... Also ich habe sehr vieles alleine machen müssen aber da bin Ich frohe dass es dann wirklich vereinzelt Personen gab die wirklich eine stütze waren und Die mich dann auch ein bisschen aufgefangen haben

00:40:26: gestern eingeladen zu einem podcast Aufnahme auch und dann ging's auch darum eben rollen abzulegen und gerade eben auch rollen die mit den Erwartungen der eigenen Eltern sehr stark verknüpft sind, abzulägen.

00:40:41: Und ich dann irgendwie so auch ja so Dinge danken hatte und geäußert habe.

00:40:46: und noch die Rita stimmte mir dazu dass man aber irgendwie so ein Restschuldgefühl so sein ganzes Leben wahrscheinlich los wird.

00:40:57: Das ist da also man fühlt sich auch bis heute noch irgendwie verantwortlich oder Das ist halt, wir sind lebendlang irgendwie so geprägt worden und das schüttelst du nicht einfach mal so ab.

00:41:10: Und dass es schwierig sich davon wirklich loszulösen... ...und auch heute habe ich immer noch manchmal den Gedanken also mir wurde als Kind immer eingedrichtert, dass es Sünde und Gott wird dich bestrafen, Gott sieht das

00:41:21: usw.,

00:41:22: wo ich mich dann immer wieder ertappe, das könnte Gott jetzt nicht gefallen oder so ne?

00:41:28: Und das sind so Sachen die kriegst du vollständig irgendwie abgelegt.

00:41:36: So ein ewiges Schuldgefühl, ja?

00:41:38: Ich hatte als Kind immer so eine Schuldkiste.

00:41:40: Es gab einen Buch in den ... Damals gab es ja Kassetten für diejenigen, die später geboren sind.

00:41:46: Früher gab's Kasseten.

00:41:48: Ja,

00:41:48: kenn ich.

00:41:49: Oh ja!

00:41:50: Und da war eine Geschichte und das hieß Die Schuldkist.

00:41:54: Und ich habe alles, was sich mit Weiblichkeit assoziiert habe.

00:41:57: Habe ich in so einen Schuhkarton gesammelt und das habe ich als meine Schuldkiste identifiziert.

00:42:03: Bis heute habe ich noch immer eine imaginäre Schuldkist, wo ich dann denke manchmal kommen da Sachen rein, wo Ich mich immer noch schuldig fühle und das irgendwie ablegen möchte.

00:42:14: aber man ist da so aufgewachsen reingewachsen.

00:42:19: Das ist schwierig dass irgendwann wirklich vollständig abzulegen.

00:42:23: Ich glaube, das ist aber auch ein Thema für den durchschnittlichen Etherozisman.

00:42:30: Das alles was so als zu weiblich erklärten Wesenszügen gehört eben bekämpft wird dann auch irgendwie versucht wird irgendwie weg zu packen und wegzustecken und hinter Aggression versteckt wird etc..

00:42:53: Ich glaube, wir haben bei all den guten feministischen Errungenschaften, die wir gemacht haben, viel zu wenig Männerarbeit gemacht.

00:43:03: Also Frauen haben sich immer mehr Rechte erkämpft oder der Quier-Feminismus und zwar hat sich immermehr Rechte mit der Zeit erkämmt.

00:43:15: aber wir haben glaub ich nie gelernt Männern beizubringen.

00:43:17: wie gehen wir eigentlich damit um?

00:43:19: Oder ihnen beitzubringend.

00:43:21: was sind eigentlich Privilegien?

00:43:23: selbst reflektieren und so weiter.

00:43:25: Ich glaube, da braucht es sehr viel mehr Männerarbeit.

00:43:29: anstatt immer nur Frauenarbeitskreise oder queerfeministische Arbeitskreise und so.

00:43:33: Sondern wirklich Männerarbeiten gibt's auch in Köln Organisationen die nennt sich Detox Identity.

00:43:39: also wo es darum geht so toxische Männlichkeit irgendwie solche Strukturen solche Muster irgendwie abzulegen.

00:43:45: Und ich glaub sowas brauchen wir nochmal noch mal.

00:43:49: vielmehr

00:43:49: verlinken wir auch gerne in den Show-Notes, dass wir die ganzen guten Tipps hier nicht verpassen.

00:43:55: Und ich finde was ihr beide beschreibt da steckt auch so viel drin für uns alle und wie wir mit ob wir jetzt an der Rolle sind als Eltern oder als Freunde oder als Sportmannschaftspersonen Wie wir da sensibel und sensibler werden können eben bereit zu sein uns von so Ideen zu verabschieden.

00:44:17: und das ist schon anfängt bei Sprache.

00:44:20: Also ich bin zum Beispiel Mutter von zwei männlich gelesenen Kindern und ich versuche ganz genau nicht zu sagen, ah ja wenn du später mein Kinder hast oder wenn du spätere meine Frau hast sondern das offen zu lassen was denen im Leben vielleicht begegnet in Wien und ob die sich verlieben was für ein Familienmodell dabei rauskommt.

00:44:44: Ich mache bestimmt ganz viele Fehler an anderen Stellen, aber um so ein paar Sachen eben genau zu sagen ja wir leben jetzt vielleicht gerade in hetero-cis-familienleben.

00:44:55: ihr wollt vielleicht etwas ganz anderes und das nicht so allein durch die Sprache schon diese Projektionsfläche aufzubauen.

00:45:04: und genauso was kann auch in Freundschaftsbeziehung oder eben den Sport Beziehungen Auch außerhalb der Familie auch schon wird ein Teil sein, so durch die Sprache und die Offenheit zu zeigen.

00:45:16: Ja da gibt es ganz viele Wege Und ich lebe vielleicht diesen aber mir ist bewusst Da gibt's ganz andere und ich projiziere nicht das was meine Normalität ist auf Auf anderen Menschen um mich herum.

00:45:31: Liebe ist immer Ganz viel loslassen und

00:45:36: Kompromisse finden.

00:45:39: Wie hat Geralt Hüter das noch homoniert?

00:45:43: Liebe ist das unbedingt Interesse an der Entfaltung einer anderen Person.

00:45:48: Genau, sehr schön und das passt ja wenn jemand ein Interesse daran hat dass ich oder dass man gegenüber quasi das Beste aus sich selbst herausholt.

00:45:59: Das gibt ja unterschiedliche Formen von Liebe also die die Liebe zwischen zwei Menschen, die in der Partnerschaft sind.

00:46:11: Die Liebe zu... Jetzt bin ich im Altgriechischen.

00:46:15: Die Agape-Liebe ist so die göttliche Liebe, die auch zwei Menschen zueinander haben können und wenn ich da meinem Gegenüber alles Bestmögliche geben möchte damit diese Person sich komplett frei entfalten konnte, die beste Version aus sich selbst daraus holt.

00:46:31: Wenn wir alle Menschen irgendwie diese Form der Liebe irgendwie zueinander hätten von einem ganz anderen Planetenleben.

00:46:39: Oh ja, von daher ist Eli Schipp natürlich auch etwas Liebevolles und eine liebevolle Geste.

00:46:47: Ja, und ich glaube was du gesagt hast da auch Räume zu öffnen für männlich gelesene Personen oder eben Personen die auf diesem Weg sind ist ja auch der Grund warum wir genau diesen Gesprächsraum hier eröffnen.

00:46:59: Und toll zu hören!

00:47:00: Da gibt es eben paar andere Initiativen.

00:47:02: aber genau wo ist da der Raum für Dialog-und Lernen?

00:47:07: der wirklich ja in dieser Verbindung und in dieser Empathie stattfindet.

00:47:13: Und ich finde allein, wie du deine Geschichte erzählst, da steckt so viel drin, wie wir diesen Raum öffnen könnten und uns von so einer Idee verabschieden ist gibt es eine normal und alles andere... Es ist nicht!

00:47:29: Sondern genau diese Vielfalt und diese Komplexität immer mitzudenken und der gegenüber offen zu sein.

00:47:37: Das normal wird ja immer nur von jemandem definiert.

00:47:42: Mein Normal ist ein ganz anderes Normal als dein.

00:47:45: Normal vielleicht, ne?

00:47:47: Aber etwas anderes als das selbst empfundene Normal wird ja von vielen Menschen dann als Bedrohung für das eigene Normal betrachtet.

00:47:59: Ja ich meine da hast du ja einen ganz anderen Erkenntnis horizontal...

00:48:03: Also ich denke immer wenn Menschen mit mit den gesellschaftlichen Entwicklungen überfordert sind und dann gehen sie, das ist ein ganz normaler psychologischer Vorgang.

00:48:15: Das nennt sich glaube ich Reaktanz.

00:48:17: In dem Moment wo die gesellschaftliche Entwicklung schneller sind als wie ich, sag mal geistig hinterherkomme, dann ist es automatisch dass der Mensch dann irgendwie dieses neue Unbekannte in so eine Abwehrhaltung geht und sagt ne moment mal da möchte ich nichts mit zu tun haben Und da braucht es, glaube ich sehr viel mehr Bildungsarbeit um mit solchen Veränderungen vielleicht auch umgehen zu können.

00:48:47: Dass da Menschen auch mal eine Neugier entwickeln.

00:48:51: Alles was neu ist und sich verändert ist jetzt nicht unbedingt bedrohlich für mich.

00:48:57: Das ist ja erstmal immer nur so eine gefühlte Angst, eine gefühltem Bedrohung die sicher gar nicht bewahrheiten muss.

00:49:04: da brauchen wir glaube ich alle irgendwie nochmal mehr Zugang zu psychosozialen Bildungsmechanismen, wie wir mit solchen Sachen umgehen können einfach.

00:49:19: Also was ich gerade sagen wollte jetzt habe ich auch die Worte dazu das ist ja die Angst sich plötzlich in der Minderheit wiederzufinden.

00:49:29: und für die Menschen die sich wirklich aufgrund Welcher Merkmal auch immer in einer Minderheit befinden, für die ist doch eigentlich der blanke Hohn.

00:49:40: Dass da jemand sich dadurch bedroht führt.

00:49:45: Genau, dass breiten zwei Welten aufeinander.

00:49:47: Ja und eigentlich sind das ja gleichzeitig genau die Momente wo Verbündung Empathie entstehen könnte weil sich dann ja auch Erfahrungen annähern könnten.

00:49:58: also ich Ich merke das jetzt, diese große Unsicherheit von Männern sich zu diesen ganzen unfassbaren Grausankheiten die gerade rauskommen.

00:50:09: Angefangen von den Appsienfals

00:50:12: etc.,

00:50:13: diese große Verunsicherung von besonders männlich gelesenen Personen ist jetzt dazu zu verhalten.

00:50:18: es glaube ich ja auch eine Angst da dann durch ne Solidarisierung auf einmal vielleicht auch mal von ihren anderen Kumpels was zu hören zu bekommen.

00:50:28: und Gleichzeitig wären das genau die Momente, wo gemeinsame Momente entstehen könnten.

00:50:35: Die Neues miteinander ermöglichen aber da zu erleben wie viel Ängste da sind überhaupt sich mal zu äußern und dann vielleicht zu riskieren oh mein Biertrinkumpel findet es vielleicht quatsch ist was mich gerade extrem beschäftigt weil jetzt werde so wichtig dass

00:50:59: Was könnten die anderen Jungs in meinem Fußballteam denken, wenn ich plötzlich ein rotes oder pinkes Shirt trage?

00:51:07: Oder so.

00:51:08: Da gab es ja diese Riesendebatte um das pinke Fußballtrikot der deutschen Fußballherren-Nationalteam.

00:51:15: Also was das für Trigger sind und was das auslösen kann... Wir hatten einen Infostand auf einer Veranstaltung Und da kam dann, und wir hatten Flyer ausgelegt usw.

00:51:30: Dann kam ich in ein Gespräch mit einer Frau die über ihr Kind gesprochen hat

00:51:36: usw.,

00:51:36: und das war jetzt kein Schwuliskind oder kein Getranskind also kein queeres Kind.

00:51:43: aber die war einfach an den Themen so interessiert.

00:51:45: und dann hat sie berichtet Als der kleine Junge geboren wurde und langsam größer wurde, dann hatten die zu Hause so ein Bällebad.

00:51:53: Und der Mann, der Ehemann ist hingegangen hat alle roten und pinken Bälle da raus geholt einfach weil er Angst hatte das könnte ja irgendwas mit dem Kind machen.

00:52:03: Das ist halt die Lebensrealität mit denen mit der viele wirklich konfrontiert sind und sich damit auseinandersetzen.

00:52:10: Ja, das macht mich dann immer noch fassungslos dass es da solche Glaubenssätze irgendwie gibt

00:52:16: Oder Dings?

00:52:17: Ja, und das sind vielleicht auch die Einladungen da mal sich ein bisschen vorzuwagen.

00:52:25: Ja, ein bisschen mutiger zu sein,

00:52:26: neugierig zu sein... Neugieriger, offener, vielleicht auf Menschen im eigenen Umfeld zuzugehen zu sagen wie ist denn das gerade für dich was wünschten du dir?

00:52:35: grad von mir zum Beispiel mich haben jetzt tatsächlich Männer gefragt immer Was fängst denn du grade gut und richtig was ich mache und wie ich mich vielleicht äußere zu den Fällen, die gerade so publik werden.

00:52:49: Und dass aus den Momenten der Angst kann vielleicht dann wirklich ein Moment ja der Verbindung entstehen weil wenn es so einen Bewusstsein gibt das da jetzt vielleicht mal sowas gefragt wäre und möglich wär und das wollen kann nicht auch noch in eigenen Podcast machen.

00:53:06: wir merken das ist grad beschäftigt grade viele vor allem männlich gelesene Personen.

00:53:10: aber vielleicht Gibt es ja auch von dir, Julian noch was, was du da jetzt mitgeben würdest?

00:53:18: Also ich habe ein Beispiel.

00:53:19: Als ich nach Köln gekommen bin hatte ich einen Mitbewohner und wir haben dann abends immer so einen Stadtspeziergang irgendwie gemacht.

00:53:28: Dann hat er mich gefragt also er hat mir eine Situation beschrieben.

00:53:32: erst es war abends zwar dunkel und der ist in den Bordstein entlang gegangen und da war halt noch ne Frau.

00:53:39: Er war sich jetzt nicht sicher, soll ich jetzt vor der Frau gehen oder soll ich hinter der Frau?

00:53:45: Was gibt ihr ein besseres Sicherheitsgefühl.

00:53:48: Also er hat sich sehr aktiv damit auseinander gesetzt und hat mich dann gefragt wie ich mich denn sicherer fühle.

00:53:53: Und ich glaube dieses Gefühl von Wie kann ich dem anderen Menschen irgendwie das Leben leichter machen vielleicht angstfreier machen Wenn wir alle so wären wie Marius, schöne Grüße.

00:54:10: Das finde ich so schön dass man da ja so mehr aufeinander achtet.

00:54:16: Ja also wenn ich kann wechselt dann tatsächlich die Straßenseite.

00:54:20: das

00:54:20: habe ich ihm auch gesagt.

00:54:21: und also die schlechteste Idee finde ich persönlich vielleicht habt ihr da nochmal andere Impulse ist dann in irgendwie gleichbleibenden Widerstand nicht wieder steigend Gleichbleib in einem Abstand eben dann

00:54:38: hinterherzulaufen.

00:54:40: Dann würde ich noch eher sagen, ich gebe jetzt einmal Gas und überhole... ...dann ist vielleicht ein kurzer Moment des Unwohlseins aber es sind immer noch besser als wenn über eine lange Strecke man die Schritte hinter sich hört.

00:54:50: Aber weiß ich nicht, wäre ich jetzt auch mal dankbar?

00:54:55: Hinter mir finde ich's auch schwierig oder mulmig.

00:54:59: Wenn ich zumindest mal sehen kann was passiert vor mir Da hast du aber immer noch die Sorge, was passiert an der nächsten Ecke.

00:55:06: Vielleicht biegt er da ab und dann fällt ihr über dich her oder so?

00:55:10: Also ich habe auch gesagt das Beste ist einfach zu signalisieren.

00:55:14: Hör mal, ich bin für dich keine Gefahr!

00:55:15: Ich wechsle die Straßenseite und bin dann quasi aus deinem Umfeld raus.

00:55:20: Das ist die beste Alternative, oder?

00:55:23: Was sagst Du?

00:55:24: Ja, ich glaube dass es gerade ein interessantes Beispiel, dass es vielleicht auch da Menschen unterschiedlich geht.

00:55:32: den einen richtigen Weg, der dann für alle Frauen funktioniert.

00:55:36: Sondern ich glaube genau das vielleicht dann rauszufinden und auszuprobieren und jetzt in der Straßensortumien die Person nicht kennst ist es vielleicht das einfachste dich weg zu bewegen.

00:55:49: aber in anderen Situationen würde ich sagen was wünschten du dir gerade weil ich glaube die Antwort ist auch unterschiedlich Allein ein Signal zu setzen, mir ist bewusst.

00:56:00: Hier ist gerade was im Raum zwischen uns und ich maße mich nicht anzuwissen, was für dich jetzt das Beste

00:56:08: ist

00:56:08: sondern ich fragt dich es ja auch ist für mich ein ganz wichtiges signal von von ellyship auch eben genau nicht zu vermuten.

00:56:17: achja Ich weiß ja Frauen wollen jetzt dass ich das und das mache Und das ist schon eines der Zeichen.

00:56:26: Du hast gesagt,

00:56:27: wir müssen ständig diese Räume navigieren.

00:56:28: Wenn ich da merke jemand will sich verhalten und denkt aber nicht einfach ach ja bei den letzten drei Frauen die wollten das immer so.

00:56:36: Die würde es jetzt schon auch so ist für mich auch ein wichtiger Anteil von von Eli Schipp.

00:56:44: gerade wenn wenn es schon eine Beziehung gibt in der in der sowas auch dann möglich ist zusammen zu fragen Ja Das

00:56:52: ist jetzt gar nicht so gar nicht mal ein schlechtes Schlusswort.

00:56:58: Ja,

00:56:59: vieles ganz konkret ist

00:57:01: dabei.

00:57:02: Joja gibt es noch was dir wichtig wäre dass Menschen die zuhören mitnehmen

00:57:08: und

00:57:10: in ihren Alltag eindringen oder an ihre Gedanken lege uns verabschieden?

00:57:16: Also ich glaube das wir gerade in Zeiten leben die für Frauenrechte, für Minderheitenrechte irgendwie immer problematischer werden und das wird gerade deshalb uns mehr bewusst werden, mehr aware werden.

00:57:33: Awareness ist ja ein ganz wichtiges Stichwort.

00:57:35: auch was da gerade passiert und dass wir da halt auch mal aufstehen und laut werden und sagen hört man Leute es geht gar nicht wie viele Frauenförderungsprojekte werden grade gestrichen?

00:57:47: Wie viele Quiere Projekte werde gerade gestrichene usw.. Es hat jetzt nicht die dramatischen Ausmaße wie das in den USA gerade abläuft, es läuft glaube ich viel mehr so unterm Radar.

00:58:00: Hier mal eine Organisation, da einmal eine Organisation die plötzlich kein Geld mehr bekommt und so als Zivilgesellschaft an sich, die ganzen NGOs, also es gibt dieses Anti-NGO Narrativ und so dass wir da genau hinschauen mit welchen Narrativen, mit welche Rhetorik wird da gearbeitet und dass wir uns da bewusst werden dass da wirklich langfristig dann auch Rechte irgendwann zurückgeschraubt werden.

00:58:23: Und da sollten wir, glaube ich alle in Alarmbereitschaft sein.

00:58:27: Ja,

00:58:28: sehe ich auch mit großer Sorge.

00:58:30: Aber Politik ist noch mal ein ganz anderes eigenes Feld und da könnten wir auch noch drei Folgen zu aufnehmen.

00:58:38: Das würde ich mir wünschen, dass man sich da einfach bewusst wird was passiert eigentlich gerade?

00:58:43: Und natürlich sind wir alle immer mit unseren Themen, mit unserem Alltag beschäftigt.

00:58:48: Wir müssen die Großmutter pflegen und was weiß ich, was alles.

00:58:51: Aber trotz allem dürfen wir nicht vergessen... Unsere Rechte könnten die Nächsten sein, die angegriffen

00:58:57: werden.".

00:58:57: Es gibt ja auch dieses eine Zitat als sie die geholt haben war ich nicht zuständig.

00:59:03: Und dann als sie von Schopenhauer oder so glaube ich.

00:59:07: Als sie mich geholt habe, dann war keine andere Gruppe mehr da, die für mich aufstehen konnte und so.

00:59:12: Ich glaube das müssen wir uns noch mal sehr ... bewusst machen.

00:59:15: Demokratie ist auch nicht selbstverständlich, sondern muss auch jeden Tag nicht nur erkämpft aber auch irgendwie erhalten bleiben werden.

00:59:24: Jetzt kann ich mir kein besseres Schlusswort mehr vorstellen.

00:59:31: Vielen vielen lieben Dank Julia dass du die Zeit genommen hast und nach Mönchengladbach gekommen bist.

00:59:37: Das war wirklich ein sehr sehr spannendes Gespräch.

00:59:41: Danke für die Einladung danke fürs kennenlernen Danke, dass ihr euch solchen Themen widmet und ich finde diesen Namen so toll.

00:59:49: Ich hab nur den Namen gelesen, aber direkt gesagt ja mache ich.

00:59:53: Großartig!

00:59:54: Den hat.

00:59:55: auf den ist Kai gekommen.

00:59:57: Echt sehr schön.

00:59:58: Da steckt jetzt so viel drin was wir hier aufgreifen können und weiteraufgreifen werden und ich bin wahnsinnig froh dankbar das du heute bei uns warst Julia und wir mit dir darüber sprechen konnten.

01:00:10: Damit beenden wir die Folge für heute.

01:00:13: Und wir freuen uns natürlich, dass ihr zugehört habt und freuen uns dann auch aufs nächste Mal mit euch!

01:00:21: Vielen Dank für die Einladung!

01:00:23: Tschüss!

01:00:23: Danke dir

01:00:24: Julia!

01:00:24: Tschüs

01:00:26: in Verbindung.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.